Erstmals E-Methanol erfolgreich für E-Fuel-Produktion in Freiberg verarbeitet
Von industriellem E-Methanol zu vollständig strombasierter E-Fuel-Produktion
Vertreter der TU Bergakademie Freiberg und der CAC ENGINEERING GmbH haben die weltweit erste großtechnische Produktionsstätte für E-Methanol im dänischen Kassø besichtigt, ein Joint Venture von der European Energy A/S und Mitsui & Co., Ltd. Die Anlage in Kassø liefert das mittels erneuerbarer Energie hergestellte Einsatzprodukt, welches erstmals durch die Benzinsyntheseanlage in Freiberg verarbeitet wurde, um regenerativen Ottokraftstoff aus biogenem CO₂ und grünem Wasserstoff herzustellen.
Der Besuch in Kassø markiert einen wichtigen Meilenstein im vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderten Verbundprojekt DeCarTrans (Demonstrating a Circular Carbon Economy in Transport along the Value Chain). Erstmals wurde Ende vergangenen Jahres erneuerbares strombasiertes E-Methanol aus Dänemark zu rund 23.000 Litern nahezu klimaneutralem Benzin in der Freiberger Großversuchsanlage verarbeitet. Mit diesem Entwicklungsschritt können die Sachsen sowohl die Produktionsanlage prozesseffizienter betreiben und dabei zuverlässig demonstrieren, dass mit Hilfe einer Kohlenstoffkreislaufführung eine bis zu 90-prozentige CO2-Einsparung gegenüber fossilem Benzin möglich ist.
„Der erstmalige Einsatz von E-Methanol in unserer Großversuchsanlage ist ein zukunftsweisender Meilenstein in Vorbereitung einer ersten Industrieanlage. Uns gelang damit die technologische Demonstration der gesamten Prozesskette vom biogenen CO2 und grünem Wasserstoff bis zum leistungsstarken synthetischen Benzin. Neben der 90-prozentigen CO2-Einsparung im Vergleich zum herkömmlichen Kraftstoff ist auch die Erhöhung der Produktivität unserer Anlage dank des neuen dänischen E-Methanols hervorzuheben.“, so Martin Gräbner, Professor für Energieverfahrenstechnik an der TU Bergakademie Freiberg und verantwortlich für den Betrieb der Anlage.
„Unsere Kooperation mit Kassø zeigt, dass unser verfahrenstechnischer METHAFUEL-Prozess nun vollständig auf einem industriell verfügbaren, strombasierten Kohlenstoffträger basiert. Das ist eine wichtige Grundlage für German eFuel One, die erste industrielle Produktionsanlage für synthetisches Benzin, die wir derzeit in Niedersachsen planen“, so Dr. Mario Kuschel, Leiter F&E bei CAC ENGINEERING.